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University news
Eröffung der Ausstellung der Denkmäler von Kirchenkunst aus der Sammlung des Kirchlich- archeologischen Museums der Orthodoxen geisteswissenschaftlichen Universität des Hl. Tichons

Am 13. Oktober 2016 wurde in der Ausstellungshalle des Staatlichen wissenschaftlichen

Instituts für Restauration (rus: GosNIIR) die Ausstellung „Verborgene Schätze“: Erforschung   und Restauration der Denkmäler der Kirchenkunst aus der Sammlung des Kirchlich-archäologischen Museums der Orthodoxen geisteswissenschaftlichen Universität des Hl.Tichons eröffnet. Die Ausstellung wird unter Beistand des Kulturministeriums der Russischen Föderation, des Staatlichen wissenschaftlichen Forschungsinstituts für Restauration und des Kirchlich- archäologischen Museums von PSTGU durchgeführt.

Die Ausstellung berichtet über Restaurationsprozess und bietet den Gästen die Möglichkeit,einen Teil der einzigartigen Sammlung des Kirchlich-archäologischen Museums von PSTGU zubesichtigen. Eine große Anzahl dieser Ausstellungsstücke können wir heute nur dank den Bemühungen der Lehrkräfte und der Studenten des Lehrstuhls für Restauration an der Fakultät der Kirchenkunst der PSTGU und der Mitarbeiter des Museums bewundern, dieunzählige Arbeitsstunden in ihre Restauration investiert haben. Dies sind Ikonen aus XVII -XIX Jh., Kirchenbücher, altgläubige Manuskripten und alte Gravuren.

Zum Mittelpunkt der Ausstellung ist die Ikone „Thronende Gottesmutter mit Schriftrolle inder Hand“ geworden. Angefertigt als Ölbild, ist es eine der Kopien des Heiligenbildes„Thronende Gottesmutter mit Kind“, die vom berühmten russischen Künstler Wasnetsow fürdie Hauptikonenwand der Wladimir-Kathedrale in Kiew erschaffen wurde. Das Antlitz der Gottesmutter war beinahe unerkennbar geworden und die Restaurateure mussten in Anlehnung an das Heiligenbild der Wladimir-Kathedrale und mittels computergesteuerter Bilderüberlagerung die Ikone vollumfänglich wiederherstellen. Dies ist ein Anschauungsbeispiel dafür, was ein Kunstwerk auf dem Weg in die Ausstellungsvitrine„durchmachen“ muss.

An der Eröffnungszeremonie hat Frau N.W. Sajtsewa, die Kuratorin der Ausstellung undführende Spezialistin für Ausstellungsorganisation des Staatlichen wissenschaftlichenInstituts für Restauration erklärte, was der Titel der Ausstellung „Die verborgenen Schätze“bedeutet: dies ist Freilegung des Verborgenes im wahren und übertragenen Sinn; einerseitsBefreiung der Kunstwerke von Verschmutzungen im Laufe der Restaurationsarbeiten undanderseits ein tieferes Begreifen der Grundidee des Künstlers. Dies ist für die Restaurateurevor allem dann möglich, wenn mithilfe technischer Mittel einzelne Arbeitsschritte desKünstlers bei der Erschaffung einer Ikone oder eines Bildes „sichtbar“ werden. Gleichzeitigwird die Arbeit der Restaurateure den Ausstellungsbesuchern anschaulich erklärt und für siebegreiflich gemacht.

Eine der Museumsmitarbeiterinnen, Frau Marjenko O.S. hat uns erzählt, dass die Idee einer Museumsgründung bereits 2002 geäußert wurde. Sie sagte auch, die Kunstforscher würdenerst seit Kurzem Ikonen aus XIX-XX Jh. beachten, weil ihr Denkmalwert bis dahin für nicht sohoch gehalten worden sei. Im Museum werden nun nur solche Ikonen gesammelt.Kunstwerke aus XIX-XX Jh. haben in den Augen unserer Zeitgenossen oft keinen historischen Wert. Aber wenn ein Werk ein religiöses Sujet aufweist, wenn es z.B. eine alte Ikone oder ein Bild zum Thema ist, dann traut sich der Besitzer eines solchen Erbstücks aus Gottesfurcht oftnicht, es selbst zu vernichten und bringt es zwecks Verbrennung in die nächste Kirche. Fallsdas Werk dann zufällig von einem Studenten der PSTGU entdeckt wird, kann er den Kirchenvorsteher davon überzeugen, das Werk an die Universität zu übergeben. Viele Ausstellungsstücke des Museums stammen somit aus privaten Sammlungen.

Angehende Restaurateure aus der Orthodoxen geisteswissenschaftlichen Universität des Hl.Tichons (Leiterin des Lehrstuhls für Restauration Frau G.S. Klokowa) erzählten uns über ihre Projekte, die sie unter der Leitung der Lehrkräfte der Universität umgesetzt haben. Natalia Sipina, Studentin im 4. Lehrjahr hat unter Anleitung von ihrer Lehrerin am Beispiel ihrer Arbeit an der Tempera-Ikone des Hl. Nikolaus des Wundertäters aus dem XVII Jh.demonstriert, wie man ein komplett zerstörtes Werk zu erstklassigem Kunstdenkmalwiederherstellen kann. Die Ikone wurde in zwei Teile zerbrochen, viele Elemente des Abbilds waren noch kaum sichtbar, die Grundierung und die Farbschicht waren an mehreren Orten aufgewölbt. Die Restauration war sehr zeitaufwendig, sie dauerte insgesamt über 4 Jahre. Durch Fotoaufnahmen in Infrarot-Strahlen konnte die Stratigraphie der Farbschichtbestimmt werden. Die Holzteile wurden zusammengeklebt, die Farbschicht gefestigt und von Verschmutzungen befreit. Am Schluss bedeckte man die Ikone mit speziellem Restaurationslack.

Natalja Sipina hatte unter Anweisungen der gleichen Lehrperson, Frau Judina E.A. auch aneiner Erlöser-Ikone aus dem XVII Jh. gearbeitet; während der Restauration wurde jedochfestgestellt, dass es sich dabei um eine Fälschung aus dem XX Jh. handelte. Mikroskopische Untersuchungen zeigten, dass Craquelure (Risse in der Farbschicht) und Abriebe von demIkonenmaler gefälscht worden waren um das Werk „antik” aussehen zu lassen. Jetzt dientdieses Exponat in der Museumssammlung als ein interessantes Anschauungsbeispiel einergefälschten Ikone.[…]Veronica Ivantscenko, Studentin im 5. Lehrjahr hat eine Ikone des Gerechten Serafim Sarowski restauriert, die speziell für nachfolgende Einfassung angefertigt wurde (d.h. an der Holztafel werden nur das Antlitz und die Hände des Heiligen dargestellt, der Rest des Bildeswird mit der Einfassung bedeckt (Anmerkung der Redaktion). Das Antlitz der Ikone war miteinem Zeitungsstück mit Kautschukkleber überklebt worden, der mühsam entfernt werdenmusste. Diese anspruchsvolle Arbeit wurde jedoch ziemlich schnell (in nur wenigenMonaten) vollendet. […]

 


Die Ausstellung ist vom 13. Oktober bis 30. November täglich (außer an Sonn-und

Feiertagen) von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Adresse: ul. Burdenko,23. U-Bahnstation Kijewskaja

oder Park Kultury. Eintritt frei.

Fotos, Text: Alexander Fillipow.

25. Oktober 2016

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