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Unsere Studenten auf Praktikum in Spanien
Vom 10. – 21. Mai absolvierten Studenten der OGSTU ein kommunikations-pädagogisches Praktikum in Spanien. Die Erlebnisse aus den kulturellen Veranstaltungen und der gewonnene Erfahrungsaustausch werden sie sich in ihrer zukünftigen Tätigkeit als Pädagogen in Russland zunutze machen.

 Schon zum zweiten Mal wurde ein kommunikations-pädagogisches Praktikum durchgeführt. Dieses Mal fand es in Spanien, in der Nähe von Madrid, statt und war für Studenten bestimmt, die im ersten Studienjahr des Masterprogramms „Kommunikation in der religiösen Pädagogikkultur“ mit Profilierung in spanischer Sprache, Kultur und Pädagogik (Programmleiterin Dr. Swetlana Divnogorzewa) studieren. Zu diesen stießen noch Philologiestudenten aus dem Bachelorbereich, die Spanisch als Fremdsprache studieren und ihre sprachlichen Fähigkeiten und Bildungshorizont erweitern wollten. Außer Dr. Diwnogorzewa trug auch unsere Freundin und Inspiratorin Isabel Almeria, Spanisch-Dozentin, viel zur Ausarbeitung des Praktikumsprogramms bei, sowie Maria Desjatowa, Lehrstuhlleiterin der Romanistik OGSTU.

Jeder der zwölf Tage war erstaunlich und brachte viele Entdeckungen. Die ersten zwei Tag wurden dazu bestimmt, die Praktikanten mit der Kolbe-Schule bekannt zu machen, welche eine private Einrichtung mit staatlicher Beteiligung ist. An ihr lernen Kinder von 3 bis 18 Jahren, als vom Kindergarten bis zum Abitur.

Die Schule wurde vor einigen Jahren von einer Gruppe Gleichgesinnter und Enthusiasten gegründet, von denen zum damaligen Moment noch viele keinen Bezug zur Pädagogik hatten, aber dennoch als Christen den Wunsch fassten, ihre Kinder anders zu erziehen, als es an staatlichen Schulen geschieht. Der Gruppe aus Russland wurde ein Empfang mit den Direktoren bereitet, die über das spanische Bildungssystem insgesamt und über die Entstehung der Schule und ihre Arbeitsweise im Einzelnen erzählten.

Unsere Studenten besuchten Unterrichtseinheiten an unterschiedlichen Klassen und Fächern. Sie beobachteten, wie im Kindergarten Projektaktivitäten und der Englischunterricht organisiert werden. In der Mittelstufe waren sie bei den Fächern Religion und Englisch - hier machten die Schüler Präsentationen über die Kindheit während des Holocausts - sowie in Mathematik und Chorgesang dabei.

Nach zwei intensiven Tagen gab es für die Oberstufler und unsere Praktikanten eine Führung durch das weltberühmte Prado und im Anschluss einen Rundgang durch Madrid, bei der man die Geschichte und Architektur der Stadt kennenlernen konnte.

 Der Sonntag begann mit der Teilnahme an der göttlichen Liturgie in der russisch-orthodoxen Maria-Magdalena-Kirche in Madrid und endete mit einer Besichtigung des San Lorenzo de El Escorial samt Palast und Kloster.

 Die folgende Woche war voll interessanter Begegnungen und Exkursionen. Zum Beispiel besuchten die Praktikanten die staatliche Schule Ramiro de Maeztu, Madrid, die für ihr gleichbleibend hohes Bildungsniveau bekannt ist. Sie macht eine besondere Gewichtung in Geschichte und überlieferte Kultur, was auch in der Beibehaltung von Schulbüchern, Klassentischen und anderen Gegenständen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Ausdruck findet.

 Auf dem Schuldach konnte man ein intaktes Teleskop bestaunen, von dem es auf der ganzen Welt nur noch zwei geben soll. Zum Schluss spähte man in das Schultheater, der mit seiner Kapazität und Pracht viele unserer russischen Theaterhäuser blass vor Neid machen würde. Es wird primär für Schulinszenierungen genutzt, aber die Szene wird auch an auswärtige Schauspielertruppen vermietet.

Ein Schlüsselmoment für unsere Studenten war die Besichtigung der Theologischen Universität San Damaso, wo ein Vortrag zur Theologieforschung in Spanien und über die religiöse Erziehung an Schulen gehalten wurde. Im Anschluss fand eine Konferenz mit Masterstudenten von der San Damaso statt, die sich für eine Tätigkeit als Religionslehrer vorbereiten. Entsprechend waren die Vorträge den verschiedenen Formen der heutigen religiösen Bildung in Russland und Spanien gewidmet.

Am folgenden Tag besuchten unsere Studenten eine weitere privat-staatlichen Schule in Madrid – die Newman-Schule, wo sie die Gelegenheit hatten, mit dem Direktor und dem stellvertretenden Direktor in Kontakt zu kommen und Unterrichtseinheiten beizuwohnen, vorallem dem Religionsunterricht, da unserer Seite gerade hier die Herangehensweise, die Methodik und das anschauliche Material interessierten.

Sowohl an der Kolbe-, als auch an der Newman-Schule fand bei den russischen Beobachtern die Vermittlung von Religionskenntnissen besondere Beachtung, die auf der persönlichen Erfahrung der Schüler fußt und bei der religiöse Themen interdisziplinär, in Verbindung mit anderen Schulfächern, eingeführt werden, sodass sich ein Dialog mit den Schülern einstellt. Zweifellos dieser Unterricht von besonderer Wichtigkeit, da man in Russland immer mehr erkennt, dass ein rein informativer „Grundlagen des christlich-orthodoxen Glaubens“ oder „Grundlagen der christlich-orthodoxen Kultur“ (Schulfächer in der RF, Anm. Übersetzer) das geistliche und moralische Wachstum der kindlichen Persönlichkeit nie optimal fördern können wird.

Sicherlich können Folgerungen über die Effektivität des spanischen Religionsunterrichts erst nach einem systematischen Besuch und Langzeitbeobachtungen gestellt werden. Viele unserer Studenten haben sich schon bereit erklärt, dies im Rahmen des Vordiplomspraktikums im nächsten Jahr zu tun.

Unseren Studenten wurde auch der Einblick in eine spanische sozialpädagogische Einrichtung gewährt, nämlich die Fundación Acogida. Sie ist ein privates Zentrum, in dem Mütter und ihre Kinder Aufnahme finden, die von sozialer Isolation bedroht sind. Es ist bezeichnend, dass in Spanien ähnliche, staatliche Zentren existieren, aber dieses, private Zentrum einen besonderen Zulauf hat. Der Grund liegt wohl darin, dass hier Freiwillige arbeiten, die zudem von professionellen Pädagogen und Psychologen im Umgang mit Familien und ihren Problemen geschult werden. Wichtiges Prinzip der Acogida ist, dass die Kinder nicht aus ihren Familien herausgenommen und vor ihr isoliert werden (, was in seltenen Härtefällen dennoch geschehen kann), sondern dass man geduldig mit der Familie arbeitet und sie, auch materiell, unterstützt.

Als letztes stand auf dem Programm die Pädagogische Fakultät der Universität Complutense Madrid. Für diese wissenschaftliche Arbeitsgruppen typisch, zu der sich Studierende und Lehrende zusammenschließen. Man trifft sich, um über Bücher zu diskutieren oder aktuelle Fragen der Pädagogik zu besprechen. Eine dieser Arbeitsgruppen traf sich mit uns und erzählte von sich. Wir berichteten ihnen von den Besonderheiten unserer Universität, von ihrer Pädagogik und von der Lehrtätigkeit an russischen Schulen, was auf echtes Interesse bei der Gastgeberseite traf. Es stellte sich heraus, dass in Russland und Spanien ähnliche Probleme in der Pädagogik herrschen, worüber man sich austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen kann. Man verabschiedete sich mit dem Wunsch, auch in Zukunft im Kontakt zu bleiben und im Bereich Pädagogik zusammenzuarbeiten, und tauschte Kontakte aus.

 Unser Kennlernen mit der Geschichte, Kultur und Pädagogik Spaniens endete mit einem Städtebesuch in zwei der schönsten Orte in der Nähe Madrids: Segovia und Toledo, wo unsere Studenten die Gassen, Schlösser und Museen erkundeten.


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