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Didaktik romanischer Sprachen: Einigkeit in den Hauptpunkten unter den russisch-italienischen Spezialisten
Am 29. Mai, dem ersten Tag der Italienischen Woche, fand unter dem Motto Didaktik romanischer Sprachen: Probleme und Methoden ein Runder Tisch statt, an dem Dozenten der OGSTU und der Mailänder Katholischen Universität vom Heiligen Herzen (UCSC) Fragen zum Unterrichten der romanischen Sprachen erörterten. Konferenzsprache war Italienisch.

Aus Mailand waren unter anderem Prof. Giovanni Gobber, Fakultätsdekan für Fremdsprachen und Literaturen, Prof. Maria Cristina Gatti, Lehrstuhl für Fremdsprachen, Prof. Mariateresa Zanola, Direktorin des Sprachenzentrums, und Silvia Gilardoni, Dozentin am Lehrstuhl für Fremdsprachen, zugegen. Unter den Moskauer Teilnehmern waren Prof. Irina I. Tschelyschewa, PSTGU und Bereichsleiterin Indogermanische Sprachen am Sprachinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften, Roman A. Goworucho, Dozent an der RGGU, und weitere Dozenten, Doktoranden und Studenten aus Moskauer Hochschulen.

Es moderierte Maria J. Desjatowa, Lehrstulleiterin für Romanistik, die auch die Runde eröffnete, indem sie den Themakreis umriss: Wir haben uns versammelt, um unsere Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über Schwierigkeiten nachzudenken, auf die jede Lehrkraft unweigerlich stößt. Das sind zum Beispiel mangelnde Motivation bei Studenten, überfüllte Gruppen oder kleines Unterrichtspensum, und der Dozent muss Prioritäten setzen und eine Vorstellung davon haben, wie die Arbeit mit nichtsprachlichen Mitteln gestaltet werden soll und welche Methoden am effektivsten sind.

Prof. Gobber unterstrich während seines Auftritts, wie wichtig es zu Beginn des Spracherwerbs sei, das Hörverständnis zu fördern, da dies den Lerner mit dem sprachlichen Milieu der Zielsprache vertraut mache. Die primäre Funktion einer Sprache sei schon immer die mündliche Kommunikation gewesen, daher seien mündliche Arbeitsformen zu bevorzugen, bei der die Lerner in den Klang der Sprache eintauchen können, wie zum Beispiel mehrmaliges Durchhören von Texten bis hin zu ihrem Auswendiglernen. Das Abrufen von bereits verinnerlichten Texten helfe effektiv beim Erfassen neuer grammatikalischer Elemente.

Auch verwies Prof. Gobber auf die Notwendigkeit, die Studenten unentwegt zu stimulieren und für ihre Erfolge zu belohnen, um ihre Motivation zu steigern, die primär das Lernergebnis beeinflusse. Auf anschaulicher Weise zeigte er die hohe Varianz in der italienischen Phonetik und forderte eine Sensibilierung der Studenten für regionale Besonderheiten in der Aussprache.

Prof. Gatti widmete sich der Motivation, der Interessensfindung für die Zielsprache und den Texten im Lehrprozess. Von der Etymologie des Wortes interesse ausgehend, zeigte sie, dass Interesse das, was eine Beziehung zu mir hat, was mich umgibt bedeute und daher eng mit den persönlichen Gegebenheiten des Lerners und seiner Persönlichkeitsentwicklung verbunden sei. Hierbei helfe in Vielem eine richtige Herangehensweise zu Texten. Die Lehrkraft müsse dem Lerner helfen, in den Text einzutauchen, dort etwas für seine Selbstentfaltung zu entdecken, den Hypertext zu erfassen und sich über das Material besser in der Kultur zu orientieren, deren Instrument die Lernsprache sei und in die der Text geboren sei. Hierbei sei die Lehrkraft verpflichtet, das Textmaterial kompetent zu wählen. Der Student müsse nicht nur lernen, explizite Informationen zu extrahieren, sondern auch den impliziten Inhalt richtig zu erfassen.

Prof. Zanola stellte das Lehrprogramm an der Mailänder Universität vor, das auf den Erhalt der internationalen Zertifikate ausgerichtet ist. Auch sie sah im Fremdsprachenunterricht den Vorzug in der mündlichen Kommunikation und in einer kreativen Herangehensweise.

Die italienischen Vorträge schloss Silvia Gilardoni ab, die die Kompetenzen eines professionalen Dozenten in seiner Fähigkeit sah, mit den Studenten zu interagieren und ein vertrauensvolles und produktives Verhältnis zu schaffen. Bei der Wahl des Lehrmaterials müsse er sich an ihre Interessen und Fähigkeiten orientieren. Gilardoni führte Beispiele für eine gelungene Interaktion im Unterricht an und zeigte Methoden beim Umgang mit adaptierten Literaturtexten für den Niveau B1. Sie betonte die Notwendigkeit für die Lehrkraft, auf dem Laufenden zu sein, das sich die heutige Welt rapide verändere und sich entsprechend neue Tendenzen in Lehrmaterialen und Lehrmethoden aufzeigen.

Goworucho stimmte seinen italienischen Kollegen zu, hob aber unter den passiven Spracherwerbsformen noch die Wichtigkeit des häuslichen Lesens hervor. So bekämen Studenten schon im ersten Semster 30 Seiten nichtadaptierter Texte zu lesen. Das Pensum und der Schwierigkeitsgrad würden erhöht, sodass zum Studienende 500 Seiten zu lesen seien.

Prof. Tschelyschewa, die schon lange keinen praktischen Italienisch-Unterricht führe, sprach von der Lehrmethodik der italienischen Sprachgeschichte. Diese fördere ein besseres Verständnis für die Dynamik und die Tempora im Italienischen. Sie äußerte ihre Überzeugung, dass ohne Sprachgeschichte es nicht möglich sei, am reichen literarischen und kulturellen Erbe Italiens teilzuhaben. Da der enge Zeitrahmen keinen Raum für eine ausgiebige Diskussion zuließ, wurden die Gespräche während der Pause fortgesetzt. Ich schätze, dass wir beim Treffen nur die Schmerzstellen abgetastet haben, an denen wir noch arbeiten müssen. Wichtig ist, dass wir uns in den Hauptpunkten des Fremdsprachenunterrichts einig sind. Sehr wahrscheinlich werden wir in Zukunft ein Projekt zu Didaktikfragen der romanischen Sprachen ins Leben rufen, sagte zum Abschluss Dr. Dessjatowa.

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