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University news
Der 3. Tag der Italienischen Woche: Die Ökologie der Natur und die Ökologie der Seele
Die brennenden Fragen zu Umweltschutz und Pädagogik das war das Thema der Diskussionsrunden und Vorträge, die am 31. Mai 2017 stattfanden.

 Professor Pierluigi Malavasi, UCSC, formulierte in seinen Vortrag Pädagogik und Barmherzigkeit. Die Ökologie der Umwelt, der Wirtschaft und der Gesellschaft seine Sicht auf einige Aspekte der Bildungsphilosophie.

So müsse die Bildung auf ein Verantwortungsgefühl gegenüber der Umwelt zielen. Der Menschheit drohe die Degradation, der Natur die Zerstörung. Die Pädagogik habe sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen und müsse die Menschen zur Liebe zur Umwelt und zum Allgemeinwohl erziehen. Die Natur gehöre nicht nur uns, sondern auch unseren Kindern, doch heute schreit sie vor Verschmutzung.

Wir sollten uns auch der Natur gegenüber barmherzig verhalten, die Erde bewahren und bebauen, wie es der Schöpfer im Buch Genesis geboten hat, sagte Prof. Malasavi, denn alles Seiende wurde dem Menschen von Gott als Geschenk anvertraut. Bedauerlicherweise fuße die weltwirtschaftliche Politik nicht auf biblisches Gedankengut, sondern sei auf maximalen Profit ausgerichtet.

Das Ziel der ökologischen Schule, die Prof. Malavasi an der Mailänder Universität leitet, sei die Errichtung eines Bildungssystems zum Erhalt alles Seienden, und ruhe auf drei Pfeiler: wissenschaftliche Kenntnisse, politische Leitung und die Erziehung an sich.

Wir brauchen Barmherzigkeit und Brüderlichkeit, damit wir uns um unser gemeinsames Zuhause die Erde kümmern und die Zukunft der Menschheit retten können, schloss Prof. Malasavi seinen Vortrag vor den Studenten der Pädagogischen Fakultät OGSTU ab.

Francesco Braschi, Direktor der slawistischen Abteilung, Biblioteca Ambrosiana, knüpfte hieran mit seinem Vortrag Die Geburt der Biblioteca Ambrosiana und das pädagogische Konzept von Federico Borromeo. Die Biblioteca Ambrosiana ist das erste Büchermagazin Italiens und eine der ersten öffentlichen Bibliotheken der Welt. Mit der OGSTU arbeitet sie am Projekt zur ersten Übersetzung des heiligen Ambrosius´ von Mailand ins Russische.

Sie wurde 1609 von Kardinal Federico Borromeo für die Bürger von Mailand eröffnet, der mit der Namensgebung an die geistliche Tradition des heiligen Ambrosius´ knüpfen wollte, - fort von Unwissen, hin zur geistlichen Vollkommenheit.

Borromeo betete stets: Oh, großer Ambrosius, ich möchte, dass Dein Name erleuchte, doch nicht in Marmor und Bronze, sondern in den Köpfen und Herzen der Menschen, denn das sei Dir das wahre Lob. Der Wunsch ging in Erfüllung, und heute, nach 400 Jahren, ist die Bibliothek ein Ort der geistlichen und geistigen Bereicherung. Der Schriftzug auf der Fassade droht jedem Bücherdieb auf Latein und Italienisch mit der Exkommunikation, was heißt, dass auch einfache Menschen die Bibliothek besuchten.

 Laut einer Anekdote unterrichtete der Bibliotheksleiter Galbiati einen einfachen Jungen, als der König von Italien bei ihm erschien. Galbiati vertröste ihn mit den Worten: Ihre Majestät, ich bitte Sie um ein wenig Geduld, solange ich den kleinen Jungen unterrichte, dessen König Ihr seid. Danach stehe ich ganz zu Ihren Diensten. Diese Begebenheit beweist, wie ernst die Bildung des einfachen Volkes genommen wurde.

 In der Diskussionsrunde Ökologische Erziehung: offene Herausforderungen unter der Teilnahme von Prof. Malasavi, Prof. Alessandra Vischi UCSC, Erzpriester Oleg Mumrikow OGSTU und Pawel Skworzow OGSTU wurde die Rolle der Kirche im Umweltschutz behandelt.

Der Beichtvater der Pädagogischen Fakultät, Erzpriester Oleg Mumrikow, erzählte in seinem Vortrag Umweltschutzinitiativen der russisch-orthodoxen Kirche am Beispiel der Moskauer Diözese vom Verhältnis der Kirche zu Umweltfragen. Die ökologische Kultur der Gesellschaft beinhalte verschiedene Aspekte: wirtschaftliche, politische, weltanschauliche und theologische. Viele Mitarbeiter der Kirche hätten sich mit der Frage beschäftigt.

 So habe Erzpriester Gleb Kaleda, der an den Anfängen der OGSTU stehe, in den 1980iger Jahren eine Reihe von Materialien im Magazin des Moskauer Patriarchats veröffentlicht. 2013 habe der Synod den ersten Sonntag im September als Tag des besonderen Gebets für die Schöpfung Gottes bestimmt. Die Kirche beteilige sich an vielen Aktionen wie Tag der Erde oder bei der Mülltrennung.

Prof. Malavasi bereicherte die Diskussion mit seinen Gedanken zur Regenerierbarkeit der Umwelt.

 Prof. Vischi, Ökonomische Hochschule an der Mailänder Universität, berichtete über die Prinzipien der allgemeinen Pädagogik, der Werkpädagogik und der Umweltpädagogik bei der Erforschung des Wechselverhältnisses von Mensch und Umwelt.

Skworzow, Dozent für Pädagogik und Grundschulmethodik OGSTU, äußerte sich in seinem Vortrag mit Sorge über die fortschreitende Entfremdung der Megapolis von der Natur.

 Der dritte Tag der italienischen Woche fand seinen Abschluss mit Prof. Vischis Beitrag Business, Bildung und Umwelterziehung: Arbeit und Erfahrungen. Sie behandelte die Verbindung zwischen wirtschaftlichen Handelns, Ökologie und Sozialpädagogik in der heutigen europäischen Gesellschaft.

Nachhaltigkeit (sustainability) sei der Schlüsselbegriff im Falle eines raschen wirtschaftlichen Wachstums. Ihre Mitarbeiter und sie schlagen den Begriff Kreislaufwirtschaft vor, die die Herstellung und den Konsum auf jeder Etappe zu einem geschlossenen Kreislauf zusammenfasse: Abbau von Naturressourcen, Herstellung, Vermarktung, Konsum und Verbesserung der Lebensqualität. Auf jeder Etappe müsse man den Agenten beibringen, den Ressourcenverbrauch und die Abfallprodukte zu verringern. Dies benötige Zeit, aber dank der Befolgung der Kreislaufwirtschaft könne Europa einen Vorsprung vor ihrer Konkurrenz erlangen.

 Wem können wir diese Prinzipien vemitteln?, fragt Prof. Vischi. Natürlich der Jugend, denn diese sind die künftigen Erwachsenen, Menschen, die morgen Führungspositionen einnehmen werden. Damit befasst sich die Sozialpädagogik.

 Franziskus von Assissi sagte einmal, dass Arbeit eine Beschäftigung ist, in der der Mensch frei sein kann. Das, so Prof. Vischi, ist der theologische Grundgedanke, mit dem man die Bürgerinnen und Bürger für die soziale Verantwortung überzeugen kann.




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