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Dozent der OGSTU an den Sankt-Johannes-Lesungen in Sofia
Vom 9.-11. Juni 2017 fanden in der Hauptstadt Bulgariens zum ersten Mal die internationalen Sankt-Johannes-Lesungen statt, die von der St-Georgs-Gemeinde Sofia und der Theologischen Fakutät der Universität Sofia mit dem Segen des bulgarischen Patriarchen Neophyts organisiert wurde. Die Veranstaltung wurde zu Ehren des heiligen Johannes vom Rila-Gebirge, einer der Patronen Bulgariens, benannt. Die OGSTU wurde von Andrej A. Kostrjukow, Abteilung für Neueste Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche, vertreten.

Eröffnet wurde die Konferenz mit einer feierlichen Fürbitte in der jahrtausendealten Sankt-Georgskirche; Veranstaltungsort war am ersten Tag der Rila-Saal im Hotel Balkan. Unter anderem trat Dr. P. Pawlow, stellvertretender Dekan der Theologischen Fakultät Universität Sofia, auf und machte die Versammelten mit den Details eines wichtigen, aber etwas in Vergessenheit geratenen Ereignisses bekannt, nämlich der Umbettung der Reliquien des hl. Johannes aus Tarnowo ins Rila-Kloster im Jahre 1469. Den Quellen zufolge befanden sie sich eine Weile auch in Sofia. Der Referent erzählte von einer interessanten Tradition, die es in Bulgarien gibt: Man gehe mindestens einmal im Jahr zu Fuß ins Rila-Kloster, um vor den Gebeinen des heiligen Johannes beten.

Erzpriester Ioann Kukow ist Vorsteher der St.-Nedelja-Kathedrale in Sofia, in der sich die Reliquien des heiligen Königs Stefan Milutin befinden. Vater Ioann berichtete über einige Details aus dem Leben des serbischen Königs, die Verlegung seiner Gebeine nach Sofia und die Verehrung, die er dort erfährt.

Andrej Kostjukow erzählte vom Mitropoliten Stefan (Schokow), dem Exarchen der bulgarisch-orthodoxen Kirche, und seiner Beziehung zur russisch-orthodoxen Kirche sowie von seiner Einstellung zum Primatsanspruch des Konstantinopeler Patriarchen. Der staurophore Ökonom Pawel Glebow widmete sich der mystischen Verbindung Johannes´ vom Rila-Gebirge zu Apostel Johannes und beobachtete, dass er in seinen Schriften keine Hinweise darauf gibt, dass der Evangelist sein Patron war, obwohl es gerade dafür viele indirekte Indizien gibt. Dazu gehören die Vita, die mehrere Erscheinungen des Apostels vor dem Mönch belegt, oder die alte Tradition, ihn gemeinsam mit dem geliebten Jünger Christi auf einer Ikone darzustellen.

Besonderes Interesse erregten die Ausführungen des Priesters Angelos Angelakopoulos, Piräische Mitropolie der helladischen Kirche, über die Schwierigkeiten des christlich-orthodoxen Ostens bei der Überwindung der Union von Ferrara-Florenz. Nicht minder interresant war der Vortrag von Abt Michael (Bregwadze), dem Vorsteher des St.-David-Klosters in Tiflis, über die heutige Situation des georgischen Mönchtums. Er berichtete über verschiedene Mönchsregeln und über den Verlust vieler Traditionen, die wiederbelebt werden, wie zum Beispiel die Praxis des heiligen Pachomios des Großen, aus den Reihen der einfachen Mönche Äbte zu wählen.

Erzpriester Mathaios Boulkaneskou, Piräische Mitropolie der helladischen Kirche, kritisierte einige Beschlüsse des Konzils von Kreta 2016, insbesondere seine Ekklesiologie, mit der es die Kirche „faktisch kümmerlichen protestantischen Sekten gleichgemacht“ habe. Er forderte die Revision einer ganzen Reihe von Dokumenten, die das Konzil verfasst hat.

Auch G. Todorow bemängelte das Konzil von Kreta und legte die Position der bulgarischen Kirche dar, die sich prinzipiell gegen eine Teilnahme weigerte. Statt wichtiger Beschlüsse habe das Konzil einen säkularen Weg eingeschlagen.

Die zweite Tagung der St-Johannes-Lesungen fand am 10. Juni im Festsaal der Theologischen Fakultät, Sofioter St.-Kliment-Ohridski-Universität, statt. Die Vorlesungsreihe eröffnete Prof. Popovitsch, Neue Bulgarische Universität, mit seinem Vortrag zum Einfluss italienischer Künstler, vorallem Giottos, auf die Ikonenmalerei.

Die bulgarische Kunsthistorikerin K. Paskalewa faszinierte die Versammelten für die Ikonographie der heiligen Thekla, deren Besonderheiten sie beschrieb.
Professor Omartschewskij, Dekan der gastgebenden Theologischen Fakultät, stellte seine Monographie über den heiligen Kaiser Konstantin vor.
G. Todorowa, Sofia, berichtete über das Werk der Äbtissin Valentina (Drumewa), die über lange Zeit Zeugnisse über bulgarische Heilige und Erinnerungen an das 20. Jahrhundert sammelt.
Andrej Kostrjukow legte die Position der russischen Emigranten gegenüber der Sowjetunion dar, indem er auch die Beschlüsse der russischen Auslandskirche beleuchtete, die die Ereignisse in Russland betrafen.

Dr. T. Bondar´, Sofia, führte das Thema der russischen Emigration weiter und referierte über ihre geistige Mission in Bulgarien und über einige ihrer herausragenden Vertreter, die in Bulgarien eine Heimat gefunden hatten.

G. Todorow beschrieb den Ethnophyletismus und betonte, dass er nie als Häresie verurteilt wurde. Vielmehr sei er eine traurige Praxis unter den orthodoxen Kirchen, in die auch das Patriarchat von Konstantinopel verfalle, wenn es Ansprüche auf eine weltweite Jurisdiktion erhebe.

Die St-Johannes-Lesungen fanden ihren Abschluss mit einer Unterhaltung mit Abt Michael (Bregwadze) über den heutigen Zustand der georgisch-orthodoxen Kirche. Die Teilnehmer äußerten die Hoffnung, dass die St-Johannes-Lesungen zu einer regelmäßigen Tradition werden.

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