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University news
Ein Studienprogramm zu Sektenkunde wird an der OGSTU geplant
Am 22. Juni 2017 fand im Hauptgebäude der OGSTU eine internationale Sitzung von Vertretern christlich-orthodoxer Kirchen und seiner Eminenz Vikar Panteleimon (Schatow), Bischof von Orechowo-Sujewo, statt. Gemeinsam mit Professoren der OGSTU besprachen sie aktuelle Probleme angesichts der wachsenden Sektenbewegungen und einigten sich über die Grundzüge eines pan-orthodoxen Studienprogramms zur Sektenkunde. Von besonderer Wichtigkeit wurde die Verbindung der Sektenkunde mit der Seelsorge erachtet.

Die Teilnehmenden von Seiten der OGSTU waren seine Eminenz Panteleimon, Erzpr. Alexander Schtschelkatschow, Prof. Andrej B. Jefimow (stellvertretender Dekan der Missionarischen Fakultät OGSTU), Prof. A.L. Dworkin, und I.W. Schtschelkatschowa (Referentin des Rektors).
Die Teilnehmenden von Seiten der nichtrussischen orthodoxen Kirchen waren s.E. Profirije, Mitropolit von Zagreb-Ljublijana (Serbien), s.E. Christophoros, Bischof von Karpasia (Zypern), Prof. I. Zhelew Dimitrow, ehemaliger Minister für Konfessionen Bulgarien, Prof. Dragan Radić (Serbien) udn Prof. Christos Iakovou (Zypern).

In seiner Eröffnungsrede betonte Bischof Panteleimon, dass religiöse Bildung die Hauptwaffe im Kampf gegen Sekten sei: „Patrariarch Kyrill schreibt der Bildung eine große Rolle zu. An jeder Sitzung des Höchsten Kirchenrates werden auch Bildungsprogramme besprochen.“ In Russland, hob der Bischof hervor, seien positive Veränderungen zu verzeichnen, was zum Teil der OGSTU zu verdanken sei. Dazu gehöre zum Beispiel, dass vor kurzem Erzpriester Pawel Chondzinskij, Dekan der Theologischen Fakultät OGSTU, die erste staatlich anerkannte Dissertation verteidigt habe.

Die Versammelten signalisierten jedoch auch ihre Sorge über den destruktiven Einfluss im religiösen Leben Russlands. So sei den Worten Bischof Panteleimons zufolge „im Fernen Osten Russlands die Zahl der registrierten Sektenorganisationen immer noch höher als die der orthodoxen“. Er merkte an, dass die niedrige Zahl von Kirchengängern in Russland damit zu erklären sei, dass es nicht genügend Priester gebe. So komme in Moskau auf einen Priester 8000 orthodoxe Christen.

Bischof Panteleimon machte die Versammelten besonders auf das Zusammenspiel von missionarischer und bildender Tätigkeit aufmerksam: „Es ist wichtig, dass unsere Programme auch Antworten gegenüber Sekten beinhalten. Wenn jemand eine qualifizierte Antwort zur Orthodoxie erhält, wird er gegen Sekten immun sein“, und fuhr fort: „In der Bildung müssen die Schwesternkirchen – die russische, serbische, bulgarische, zypriotische und griechische – eng zusammenarbeiten.“
S.E. Bischof Christophoros von Karpasia (Zypern) führte die Diskussion fort und verdeutlichte, dass der Widerstand gegen Sekten in pan-orthodoxem Maße geführt werden müsse. Er erinnerte daran, dass vor zehn Jahren Dank eines Engagements von Spezialisten aus verschiedenen Ländern ein pan-orthodoxes Netz von Organisationen gebildet worden sei, das sich gegen Sekten einsetze. Jährlich würden für die orthodoxen Kirchen regelmäßige Konferenzen in verschiedenen Ländern abgehalten und zusätzliche kleinere Treffen veranstaltet, um brennende Fragen zu erörtern. September dieses Jahres werde das 10. Jahresjubiläum in Polen gefeiert, wo die polnisch-orthodoxe Kirche die Konferenzteilnehmer erwarte.

Dennoch sei ein katastrophales Defizit an Spezialisten im Bereich Sektenkunde zu verzeichnen, weshalb das Studienprogramm gerade auf die Unterstützung der orthodoxen Seelsorge und Mission gerichtet sein müsse. „Wir müssen verstehen, wie man von seelsorgerischer Seite den Kampf gegen negative religiöse Erscheinungen unterstützen kann. Unser Programm muss Kirchenarbeiter ausbilden, die Spezialisten in Sektenkunde sind“, unterstrich Bischof Christophoros.

Mitropolit Porfirije (Perić) merkte die besondere Rolle der OGSTU bei der Anti-Sektenbewegung an und hob die Bedeutung einer christlich-orthodoxen Bildung hervor. Die St-Tychon-Universität sei eine einmalige Bildungseinrichtung in der Orthodoxie: „Eine weltliche Ausbildung im Bereich Religionskunde kann an sich schon den Menschen vom Ziel abbringen. Denn die Lebensart eines Menschen hängt davon ab, durch welches Prisma er auf sich, auf die Welt und auf Gott schaut. In unserer Zeit lauern Wölfe in Schafspelzen, die die Menschen mit einer andersartigen, besonderen Lebensart verlocken wollen. Viele geraten in ihre Fallen. Wir müssen demgegenüber eine christlich-orthodoxe Stellungnahme beziehen. Eine urteilsfreie Herangehensweise, die uns einige weltliche Religionswissenschaftler weismachen wollen, existiert nicht und führt letztlich zu einer sektenschützenden Position.“ Weiter bekundete Mitropolit Porfirije: „Es ist nötig, dass Prof. Dworkin, den die gesamte Orthodoxie al einen eruierten Kämper gegen Sekten kennt, in diesem Bildungsprogramm mitwirkt. Wir hoffen auf die Unterstützung der russisch-orthodoxen Kirche.“ Prof. Zhelew Dimitrow (Bulgarien) führte eine ganze Reihe von neuen Sekten an, die zwischen slawisch-sprachigen Ländern lavieren, und mahnte, dass die Länder des ehemaligen sozialistischen Lagers vor gemeinsamen Problemen stehen. „Daher ist für uns eine bulgarische Übersetzung des nun bereits zum Klassiker gewordenen ´Sektenkunde´ von Prof. Dworkin, der in Bulgarien Autorität genießt, von besonderem Interesse“, sprach er.

Auch Prof. Dworkin sah einen Mangel an Fachpersonal. Er bestätigte die Worte s.E. Christophoros´, dass man bei Sektenforschung ziemlich allein stehe, und sagte weiter: „In Griechenland gab es einen bekannten Sektenkundler, Protobresbyter Antonios Alevizopoulos, dessen Gedenken ich meine ´Sektenkunde´ gewidmet habe. Nach seinem Ableben hat sich noch kein würdiger Nachfolger gefunden. Es ist nun höchste Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Es ist notwendig Experten auszubilden, die diese Sache fortführen.“

„Wir sehen uns mit einem Widerstand von vielen weltlichen Religionswissenschaftlern konfrontiert, die faktisch eine atheistische Religionsforschung durchsetzen wollen. Wir stoßen aber auch auf das Unverständnis einiger orthodoxer Christen, die eine kritische Befassung mit Sekten für unnötig halten oder unter dem Deckmantel der Kirchenväter Sekten verteidigen. Ein echter orthodoxer Christ fordert eine theologische, wissenschaftliche, missionarische und seelsorgerische Herangehensweise und wird dabei alle neuesten Errungenschaften der heutigen Wissenschaft nutzen. So war die Arbeitsweise des seligen Vater Antonios´ Alevizopoulos´, der in Deutschland und in Athen seine Ausbildung erhalten hat. Und dabei war er nicht nur der Begründer der modernen christlich-orthodoxen Sektenkunde, - er war auch einer der bekanntesten Seelsorger der griechisch-orthodoxen Kirche“, fuhr Prof. Dworkin fort. Prof. Christos Iakovou präsentierte einen konkreten Vorschlag in Form eines neuen Lehrplan, der an griechisch- und russischsprachige Gläubige gerichtet ist. „Unsere Aufgabe ist es, ihnen eine Bildung von höchstem Niveau zu gewährleisten“, sprach er.
Die Teilnehmenden einigten sich auf ein griechisch- und russischsprachiges Studienprogramm zu Sektenkunde, das über zwei Jahre geht und auch in Form eines Fernstudiums durchlaufen werden kann. Es richtet sich an Interessenten, die über einen Bachelor-Abschluss in Theologie verfügen. Es wurde beschlossen, dass von jeder Seite ein Ausschuss von Spezialisten gebildet wird, der in nächster Zeit das Lehrprogramm detailliert ausarbeitet.

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