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Literaturwettbewerb zur Geschichtsaufarbeitung
Am 13. Juli 2017 fand im Verlagsrat der russisch-orthodoxen Kirche eine Diskussionsrunde „Fragen zur belletristischen Aufarbeitung von den Taten der Neumärtyrer und Bekenner” statt. Es nahm auch Priester Alexander Masyrin, Professor am Lehrstuhl für Kirchengeschichte der OGSTU, teil.

Am Treffen wurden Wege zur größeren Bekanntmachung des Bekennertums als große Leistung bei der heutigen Generation Taten erörtert. Einer davon ist ein Literaturwettbewerb, das das beste Werk zum Thema russisches Neumärtyrertum und Bekennertum des 20. Jahrhunderts auszeichnen soll. Der Runde Tische diskutierte die Richtlinien dieses Wettbewerbs.

Mitropolit Kliment, Leiter des Verlagsrates der russisch-orthodoxen Kirche, hob die Bedeutung dieses Projektes angesichts des 100-jährigen Jubiläums seit der zwei russischen Revolutionen hervor, das sie den Beginn einer langwährenden religiösen Verfolgung markieren. „Unter der staatlich betriebenen atheistischen Propaganda hat eine Vielzahl von Kirchendienern und Laien ihren Glauben an Gott und ihre Treue zur Kirche bezeugt, indem sie sich bekannten und den Kranz des Martyriums empfingen”, sagte der Mitropolit. Die heutige russische Gesellschaft habe keine Zukunft, wenn sie sich nicht auf die Ideale der Heiligkeit besinne, da Kultur mit Glauben verbunden sei. Daher sei die bessere Bekanntmachung der Neumärtyrer nötig, was der Zweck des Literaturwettbewerbs sei.

„Während der Sowjetunion wurden die Taten der Neumärtyrer vor der Gesellschaft verborgen. Es war nicht möglich, etwas über sie zu lesen oder in der Kirche zu hören. In den letzten Jahren ist viel Literatur über die Neumärtyrer und Bekenner entstanden, doch handelt es sich hierbei in der Regel um wissenschaftliche Abhandlungen, die auf einen engen Leserkreis abzielen, oder um Heiligenviten, die, bedingt durch ihr Genre, den historischen Kontext nicht ausreichend beleuchten”, urteilte der Mitropolit von Kaluga und Borow. „Das Beste für einen weltlichen Bürger ist es, wenn man ihm zu diesem Thema niveauvolle Belletristik wie Erzählungen und Romane schafft. Wichtig ist, dass der Autor die nicht einfache historische Situation, in der die Neumärtyrer und Bekenner des 20. Jahrhunderts ihre Taten vollbrachten, wahrheitsgemäß beschreibt.”

Vater Alexander, Lehrstuhl für Kirchengeschichte OGSTU, stimmte Mitropolit Kliments Forderung nach historischer Treue zu: „Es gibt bereits Werke, wie zum Beispiel das bekannte „Vater Arsenij“, deren Hauptfiguren mehrere, reale Prototypen in sich vereinen. Das ist ein Vorteil der Schönen Literatur, da in Werken über echte Personen so etwas nicht möglich ist.“ Der Historiker bemängelte das Kriterium, das Werke, deren Hauptfiguren in Opposition zur Kirche standen, vom Wettbewerb ausschließt, als nicht ausreichend genau: „Es ist notwendig, die ganze Komplexität der innerkirchlichen Situation der 1920-iger und 30-iger zu beachten. Zum Beispiel positionierte sich der Neumärtyrer Mitropolit Kyrill (Smirnow), 2000 heiliggesprochen, gegen Mitropolit Sergij (Stragorodskij), den locum tenens des Patriarchenthrons.“

Dmitrij Wolodichin, Schriftsteller, Historiker und Dozent an der Lomonossow-Universität, analysierte die bereits bestehende Neumärtyrerliteratur und kam zur Schlussfolgerung: „Das sind entweder belehrende Werke, in denen das literarische Element von der Pietät erdrückt wird (solche Bücher sind an tief gläubige Menschen adressiert, verfehlen aber ein riesiges Publikum), oder es sind stereotype Kompilationen von Fakten im Geiste eins Massenjournals.” Er schlug vor, nur Romane zuzulassen, die strikt literarisch sind. „Das ist das Schwierigste für einen Schriftsteller - und das Dringendste für den Leser”, sagte der Schriftsteller und führte als Beispiel den Roman von Dmitrij Balaschow über den hl. Sergius von Radonesch an.

Olesja Nikolajewa hob ihrerseits die Besonderheit des Märtyrertums in Russland des 20. Jahrhunderts hervor: „Wenn die frühen Christen zumindest wussten, dass sie wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden, ahnten es viele orthodoxe Christen in der UdSSR nicht, da sie aufgrund von politischen oder wirtschaftlichen Klagen verurteilt wurden (so zum Beispiel bei Priestern wegen Nichtzahlung von Steuern). Es ist möglich, dass sie sich sogar von Gott verlassen fühlten, sich aber dennoch nicht von Christus abwandten.”

Sobald die Arbeiten an den Kriterien für das Literaturbewerb abgeschlossen sind, werden sie auf der Website des Verlagsrates der russisch-orthodoxen Kirche öffentlich gemacht.

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