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University news
Wiedervereinigung der russisch-orthodoxen Kirche: Jubiläumsfeier an der OGSTU

Am 19. September 2017 fand im Hauptgebäude der OGSTU eine Feier zum 10. Jubiläum seit der Wiedervereinigung der russisch-orthodoxen Kirche statt, die mit der Unterzeichnung des gemeinsamen Aktes des Moskauer Patriarchats und der Russisch-orthodoxen Auslandskirche inkraft trat. Außerdem wurde während der Veranstaltung das neu erschienene Buch Pastor. Meister. Freund. Bischof Johannes von Shanghai und San Francisco in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen von Erzpriester Pjotr Perekrjostov vorgestellt.

In seiner Eröffnungsrede drückte Bischof Panteleimon von Orechowo-Sujewo seine Dankbarkeit gegenüber dem verblichenen Patriarchen Alexij II und dem Mitropoliten Lawr aus, den beiden Initiatoren der Wiedervereinigung der beiden Kirchen, die wegen der sowjetischen Verfolgungen voneinander getrennt wurden.



Vor einhundert Jahren fanden, so der Bischof, zerstörerische Ereignisse für unser Land, unser Volk und unsere Kultur statt. Sie wirkten noch über Jahrzehnte auf der ganzen Welt nach. Eine dieser Nachwirkungen war die Spaltung der russisch-orthodoxen Kirche, die vor 10 Jahren überwunden wurde, was ein großer Sieg der Liebe, die Wiedererlangung der Einheit, die uns allen so fehlt, bedeutete. Das dient uns als Beispiel dafür, dass wir uns in Güte und Liebe vereinen müssen, und nur dann können wir dem Bösen widerstehen, das uns so sehr empört und verleitet. Heute gedenken wir der Wiedervereinigung unserer Kirche mit Freude und Dankbarkeit, sprach der Bischof.

In seiner Rede bekräftigte Erzpriester Wladimir, dass wir dem Herrn für die zwei Bischöfe Patriarch Alexij II und Mitropolit Lawr - zu Dank verpflichtet sind, durch die er die Wiedervereinigung der zwei Kirchen vollzogen hat. Nach der Unterzeichnung des entsprechenden Dokumentes besuchte Mitropolit Lawr die OGSTU, traf sich mit unseren Dozenten und Studenten und erzählte vom Leben der russischen Kirche im Ausland, erinnerte sich Erzpriester Wladimir.

Man kann die Bedeutung dieses Ereignisses gar nicht hoch genug schätzen. Die russische Kirche hat ihre Fülle wiedererlangt, denn russische Menschen auf der ganzen Welt haben sich wieder zu einer Kirche zusammengeschlossen, betonte der Rektor der OGSTU die weltweite Bedeutung dieses Schrittes. Es war nicht einfach nur ein Zusammenschluss zweier kirchlicher Gruppierungen, fuhr er fort nein, es war ein Sieg des Friedens und der Liebe, ein Sieg des Glaubens. Es war ein Sieg über die Verleitungen des 20. Jahrhunderts, über den bösen Willen des Menschen. Zu unterschiedlichen Epochen in verschiedenen Ländern wurde von der weltlichen Macht der Versuch unternommen, die Kirche zu lenken und sich in ihr Innenleben einzumischen. So muss man die atheistische Macht (der Sowjetunion, Anm. v. Ü.) verstehen, die mit ihrer Unterdrückung und Verfolgungen die Zerspaltung der russisch-orthodoxen Kirche erreichte. Die Zerwürfnisse währten über Generationen und brachten viel Leid. Der Kirche wurden Trennungswunden zugefügt, und eine weltliche Feindseligkeit überschattete sie wie eine Krankheit. Doch dank der Gnade Gottes wurde vor zehn Jahren diese Wunde geheilt. Die Kirche erlangte ihre Fülle, Einheit und Frieden zurück.

Heute können wir noch nicht ganz die Bedeutung dieses Ereignisses verstehen, denn Großes lässt sich erst aus der Entfernung erkennen, und es bedarf Zeit, damit ein Urteil gefällt werden kann. Aber ich bin mir sicher, dass dieser Moment kommen wird, und der Akt angemessen gewürdigt werden wird, fügte Vater Wladimir hinzu.

Erzpriester Andrej Lobaschinskij, Dozent an der Kalugaer geistlichen Akademie, teilte seinerseits seine Gedanken über die Bedeutung der russischen Auslandskirche und den heiligen Johannes (Maximowitsch) von Shanghai für das heutige Russland. Dort findet letzterer eine überraschend weit verbreitete Verehrung, obwohl er in China und den USA diente. Vater Andrej erklärt dieses Phänomen damit, dass der Bischof während seines Aufenthaltes in China, als so viele Neumärtyrer ihren gewaltsamen Tod fanden, mit ihnen litt, da er vom selben Geiste war. Sein Dienst im Ausland habe gezeigt, wie der pastorale Dienst innerhalb Russlands hätte blühen können, wenn nicht die Verfolgungen eingesetzt wären. In den Taten des heiligen Bischofs Johannes sehen wir das Licht der ununterbrochenen Heiligkeit seit den Zeiten des Urchristentums, schloss Vater Andrej Lobaschinskij.

Erzpriester Pjotr Perekrjostkow, der stellvertretende Vorsteher der Kathedrale zu Ehren der Gottesmutterikone Aller sich Grämenden Freude in San Francisco, präsentierte sein neues Buch Pastor. Meister. Freund. Bischof Johannes von Shanghai und San Francisco in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen. Als der Entschluss gefasst wurde, das Buch zu schreiben, begannen die Wunder. Aus Paris schickte man mir bis dahin noch unveröffentlichte Briefe von Bischof Johannes. Neue Zeugnisse tauchten auf, die neue Fakten über sein Leben offenbarten. Zum Beispiel die Erinnerungen eines Seminaristen aus Paris, wo der Bischof unterrichtete, über den Schlaf des Heiligen: Er saß bis tief in die Nacht an seinen Schriften, und wenn er nicht mehr gegen den Schlaf ankam, legte er den Kopf auf den Schreibtisch und schlief eine Viertelstunde lang, um dann gleich wieder seine Arbeit aufzunehmen, erzählte Vater Pjotr. Als ich die Endversion des Buches redaktierte, spürte ich, wie der Bischof direkt mit mir kommunizierte. Der Herr übertrug mir wohl diese Aufgabe, um mir meine Unwürdigkeit vor Augen zu führen, doch vielleicht konnte ich mich durch diese Aufgabe bessern.

Erzpriester Wladimir erzählte, dass Johannes von Shanghai zunächst ein Heiliger eines sich abgesonderten Teils der russischen Kirche war: Ich kann mich erinnern, wie unsere Kommission vor der Frage stand, ob wir seine Heiligsprechung von der russischen Auslandskirche anerkennen können. Ein Mitglied hielt hierzu ein Vortrag und folgerte, dass Johannes von Shanghai zweifellos heilig sei. Das bezweifelte niemand, doch konnten wir keine Heiligen von Gemeinden kanonisieren, die sich von der Kirche abgetrennt hatten. Das ist nicht möglich. Heute ist der Bischof Johannes von Shanghai ein Heiliger der geeinten Russischen Kirche. Wir sind sehr froh, dass wir zusammen beten und ihn lobpreisen können.

An unserer Kirche wird heute ein Buch über den hl. Johannes präsentiert, und hier, im Konzilsaal, haben wir ein Troparion an ihn gesungen. Das ist umso bezeichnender, weil der Konzilsaal der Ort ist, wo das Neumärtyrertum Russlands begann. Die Teilnehmer des Konzils sind 1917 aus diesem Saal hinausgeströmt, um das Leid um Christi willen auf sich zu nehmen, und gaben der russischen Kirche ein Beispiel, wie man bis zum Tode zu seinem Glauben stehen muss. Bischof Johannes stand ebenfalls bis zum Tode für seinen Glauben, aber in einem anderen Teil der Welt. Dort gab es keine Verfolgungen, doch war er ein Kämpfer gegen das Üble und ein großer Asket. Askese bedeutet ja die Tötung des Leibes. Die Heiligkeit des Bischofs Johannes von Shanghai, wie auch die Heiligkeit der Neumärtyrer, hat unsere Kirchen zusammengeführt, resümierte Vater Wladimir.

Zum Schluss des Abends konnten die Gäste der OGSTU eine Chronik über den heiligen Bischof mit einzigartigen Aufnahmen verfolgen, die seine Zeit in den USA, seine Bestattung, die Übertragung seiner Reliquien und seine Heiligsprechung illustrierten. Im Anschluss fand die Übergabezeremonie seiner Ikone mit einem Teil seiner Reliquie statt.

Die Teilnehmenden verließen den Abend nach einem gemeinsamen Gedenken an die verstorbenen Patriarchen Alexij II und Bischof Lawr.

21. September 2017

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