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University news
Vortrag der Mensch in der Welt der Stille

Vortrag der Mensch in der Welt der Stille im Rahmen des Ausbildungskurses Inklusion und Freiwilligendienst

Am 1. Oktober 2017 fand an der OGSTU der öffentliche Vortrag der Mensch in der Welt der Stille statt, mit dem der Ausbildungskurs Inklusion und Freiwilligendienst seinen Abschluss fand. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in das Leben mit Menschen, die schwachhörig und -sichtig sind, und erfuhren von Möglichkeiten, wie man Kommunikationsbarrieren beheben kann.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Erzpriester Philipp Iljaschenko, dem Abteilungsleiter für Soziales, der die Teilnehmenden zu ihrer Absolvierung beglückwünschte und ihnen alles Gute bei der Verteidigung ihrer Abschlussprojekte wünschte. Als Kind stellte ich mir manchmal vor, wie es sich anfühlt, wenn ich taub wäre, erinnerte sich Vater Philipp. Heute werde ich eine bessere Vorstellung bekommen.

Diese Vorstellung versuchte Anna Alexejewa, Absolventin der OGSTU und Sozial- und Jugendarbeiterin an der Mariä-Geburt-Kirche in Staroje Simonowo, den Versammelten zu vermitteln: Wir leben in einer Megapolis, die voller Laute ist, und wir nehmen immerhin 6% aller Informationen über unser Gehör auf. Wie ist es aber, wenn diese 6% fehlen? Zur Demonstration sprach sie ganz ohne Stimme, nur mit Lippenbewegungen und Gesten.

Ihr folgte Diakon Pawel Afanassjew, der selbst schwachhörig ist und am Zentrum für Schwachhörige und -sichtige Menschen Desnitza, Stadtteil Nowokossino, als Übersetzer für Gebärdensprache arbeitet.

Laut der Weltgesundheitsorganisation leben auf der ganzen Welt mehr als 360 Millionen Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Gehör haben, und Diakon Pawel gab an, dass davon 50.000 Menschen in Russland leben. Ursachen für den Gehörverlust seien genetisch oder durch Krankheiten und Verletzungen erworben. Das kann zum Beispiel eine Hirnhautentzündung, hervorgerufen durch Kopfunterkühlung im Winter, sein oder, wie im Falle von Vater Pawel selbst, eine Verletzung. Auch zu lautes Musikhören sei eine Ursache.

Früher fehlte es in Russland an Wissen, wie man schwachhörigen Menschen das Sprechen beibringen kann, weshalb man sie taubstumm nannte. Heutzutage können viele Nichthörende, trotz einiger artikulatorischer Besonderheiten, sprechen.

Über die eigenständige Sprache haben Schwerhörige auch eine eigene Kultur. Nichthörende lieben Musik. Sie singen und tanzen gern, sagte Alexejewa und demonstrierte einen Videoclip, wo Schwachhörende mithilfe von Gesten Viktor Tsois Ich will Veränderungen ( ) nachsangen, dessen Liedtext mit erstaunlicher Klarheit im Vortragssaal erklang.

 

Ein weiterer Videoclip zeigte schwachhörige Tänzer, die in einer Theatervorstellung auftreten, womit den Versammelten verdeutlicht wurde, dass die akustische Barriere kein Hindernis darstellt, um sich genauso wie andere in der Kunst oder anderen Bereichen zu betätigen.

Nachdem einige Gesten vorgestellt wurden, mit denen man Buchstaben des russischen Alphabets ausdrücken kann, sollten die Teilnehmenden mit Handzeichen ihren Namen vermitteln, ganz so, als ob sie mit einem schwachhörigen Menschen kommunizieren. Sie lernten noch zusätzlich einige Phrasen der russischen Gebärdensprache. Bitte freundlich lächeln, erinnerte Alexejewa während der Übung, denn Mimik ist bei der Gebärdensprache besonders wichtig.

Zum Schluss demonstrierte Alexejewa den Satz Ich liebe dich auf mehreren Gebärdesprachen der Welt.

Text und Bildmaterial: Alexander Philippow

03. Oktober 2017

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