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Konferenz "die Revolution von 1917 und die Schweiz"

Am 17. Oktober 2017 fand im Hauptgebäude der OGSTU die eintätige internationale Konferenz "die Revolution von 1917 und die Schweiz" statt, die dem 100. Jahr seit dem Konzil der russisch-orthodoxen Kirche und der Oktoberrevolution gewidmet war. Es nahmen Schweizer und russische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil.

Bei seiner Eröffnungsrede drückte Erzpriester Georgij Orechanow, selbst Historiker und Prorektor für den Bereich Internationales, seine Dankbarkeit gegenüber den Schweizer Gästen, unter denen auch Herr Yves Rossier, Botschafter der Schweiz in Russland, für ihr Interesse am Thema, das sehr wichtig sei. "Die Konferenz findet im Rahmen unseres weitergefassten Projektes statt, der nicht speziell einem Ereignis, sondern dem ganzen Jahr 1917 gewidmet ist, weil wir seine Ereignisse in ihrer Komplexität betrachten möchten. Es war nicht nur die Revolution, sondern auch das Konzil der russisch-orthodoxen Kirche und auch die Wiederherrstellung des Patriarchats," erklärte er.

Der Schweizer Botschafter, Herr Rossier, erwiderte die Grußworte von Vater Georgij und betonte, dass das Wichtigste in der Weltgeschichte zweifellos der Mensch selbst sei. "Natürlich existieren auch Umstände, die den Lauf der Dinge vorgeben, aber der Hauptfaktor bleibt der Mensch und seine Handlungen. Die hundertjährigen Ereignisse des Ersten Weltkrieges und der Russischen Revolution bekräftigen dieses Axiom, und das, was im damaligen Petrograd geschah, hatte eine immense Auswirkung auf ganz Europa. Deshalb müssen wir wie je zuvor nach Gemeinsamkeiten suchen und nicht nach Unterschieden, die uns trennen," sagte er.

Die Vortragsreihe eröffnete Professor Frithjof Benjamin Schenk von der Historischen Fakultät der Universität Basel (Schweiz), der das Leben in der Schweiz vor der Oktoberrevolution beleuchtete. Er hob hervor, dass bis vor Kurzem das Land viel daran tat, um seine Rolle in der Russischen Revolution zu vertuschen.

"Man fürchtete, dass der Funken der Revolution in die Schweiz überspringt, und betrieb eine klare antikommunistische Politik. Die sozialistische Revolution nannte man einen Putsch", sprach Prof. Schenk und zitierte damalige Schweizer Publizisten. "1971 wurde das Haus, in dem 1915 Lenin wohnte, abgerissen. Auch in den Folgejahren wurde man ungern daran erinnert, dass man Lenin, der Hauptfigur der Russischen Revolution, jahrelang Zuflucht gewährte. Die Schweiz setzte alles daran, um nicht als die "Wiege der Revolution" zu gelten."

Es folgte Lidia Miljakowa, die zur jüngsten Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche an der OGSTU forscht, mit ihrem Vortrag "Fragen zur Kirche im Parteiprogramm der russischen Sozialdemokratie 1903 als Grundlage der bolschewistischen Gesetzgebung". Zu Beginn wertete sie die Abschaffung der kommunistischen Ideologie als positiv, bemängelte aber, dass man sich in Russland nicht mit einer objektiven Aufarbeitung des Bolschewismus befasse. 

Die Kirchenhistorikerin stellte die Position einzelner kommunistischer Aktivisten gegenüber der Kirche und Religion vor. Bekanntlich waren Marx und Engels Atheisten. "Marx postulierte ein radikales Ende für die Religion. Allerdings wurde dies während derSozialistentreffen in den 1890-igern verworfen und Religion als private Angelegenheit eines jeden Einzelnen festgelegt", fuhr sie fort. 

Dr. Andrej Andrejew erzählte seinerseits vom Zusammenhang von Schweizer Universitäten und der Russischen Revolution. "Wie jede zukunftsorientierte Regierung auch wollte die Schweiz viele Universitäten gründen, stoß aber auf die Schwierigkeit, dass es

nicht ausreichend Lehrkräfte und Studenten gab, da die Bevölkerung mehrheitlich ländlich war. Daher lockte man ausländische Professoren und Studenten an."

Der Grund, warum Schweizer Universitäten gerade bei russischen Studenten beliebt waren, sei, dass man zwar zum Nutzen der Gesellschaft eine höhere Ausbildung anstrebte. "Doch wurde in Russland des 19. Jahrhunderts die Hochschulbildung erheblich eingeschränkt, während es in der Schweiz, ganz im Gegenteil, keine Einschränkungen bestanden. Selbst Frauen konnten dort bereits studieren."

Dr. Alexejew führte an, dass allein im Jahre 1906 etwa 2000 Russen an Schweizer Hochschulen studierten, was 36% der gesamten Studentenschaft, die ausländischen Studenten einberechnet, ausmachte. Ohne den Schweizer Universitäten hätte es, so der Referent, womöglich keine Russische Revolution gegeben, und schloss sich Prof. Schenk an, dass die Schweiz in gewisser Hinsicht die "Wiege der Russischen Revolution" sei.

 

17. Oktober 2017

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