Main page
St. Tikhon's Orthodox University
Zertifikat über die staatliche Registration
Registration
Forgot password?

Сведения об образовательной организации Во исполнение постановления Правительства РФ № 582 от 10 июля 2013 года, Приказа Федеральной службы по надзору в сфере образования и науки от 29 мая 2014 г. № 785

University news
Vorlesungsreihe "Reformation und Philosophie"

Am 31. Oktober 2017 fand unter Leitung von Dr. Viktor P. Lega, Lehrstuhlleiter für Philosophie an der Theologischen Fakultät der OGSTU, eine Sitzung zur "Reformation und Philosophie" statt, die im Rahmen der Jährlichen Theologischen Konferenz OGSTU abgehalten wurde.

Die Reformation, deren 500. Jubiläum die protestantische Welt dieses Jahr feiert, hat von Grund auf das geistliche Aussehen des mittelalterlichen Europas verändert. Die Entwicklungen, die die Renaissance in Bewegung brachte, kulminierten in der Reformation und nahmen in den folgenden Epochen noch weiter zu. Die heutige Welt ist ohne sie nicht denkbar. Mehr noch, die heutige Zeit, die gern Postmoderne genannt wird, erinnert, anders als die Moderne, immer mehr an die Renaissance (Verlust allgemeingültiger Kriterien, Paradigmawechsel im Geistesleben, Aufwertung des Individuums, eine gewisse Enttäuschung gegenüber rationalistischen Methodologien usw.), deren Grundzüge sie zu wiederholen scheint, und zwingt damit zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Zeit der Reformation. Die katholische Kirche konnte nicht auf die reformatorischen Neuerungen des 16. Jahrhunderts parieren. Zudem war kam ihre Antwort viel zu spät. Heute sieht sich die Kirche mit sehr ähnlichen Problemen konfrontiert, und die Aufarbeitung der vielschichtigen und auch widersprüchlichen Erfahrungen der Reformation kann bei der Lösungsfindung helfen.

Das Ziel der Sitzung war zum einen, die Verbindung von theologischen und philosophischen Diskursen zu untersuchen, die erst die reformatorischen Veränderungen ermöglichten und damit die Folgerichtigkeit der reformatorischen Ereignisse verdeutlichen, zum anderen ein besseres Verständnis vom Einfluss der Reformation auf die geistesgeschichtliche Entwicklung folgender Epochen zu erlangen.

Zu diesem Zwecke beleuchteten wie etablierte Wissenschaftler so auch Nachwuchsakademiker die Reformation aus den verschiedensten Winkeln. S.S. Pimenow, der den Anfang machte, trug zwei Vorträge vor: den einen widmete er Luthers Vernunfts- und Philosophiebegriff, und in seinem anderen (zeitversetzt) stellte er Luthers Denken in die Tradition der Scholastik. M.A. Pylajew untersuchte Schleiermachers Rezeption der Transzentendalphilosophie Kants, Schellings, Hegels, Spinosas u.a. S.S. Konatschowa beleuchtete den Dialog der Philosophie und Theologie im protestantischen Kontext der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ging auf Heideggers und Karl Barths Verständnis von Religion und Philosophie ein. W.P. Lega referierte über die Reformation und die Entstehung neuzeitlicher Wissenschaften und relativierte Max Webers Thesen über einen direkten Zusammenhang zwischen diesen. I.W. Lupandin stellte Jacques Maritains Bild von Martin Luther dem von Thomas Carlyles gegenüber und verdeutlichte Luthers Einfluss auf die deutsche Philosophie, speziell Kant und Hegel. A.V. Koltsov verfolgte die Frage nach der phänomenologischen Philosophie in der fünfhundertjährigen Geschichte des Protestantismus und ging insbesondere auf die Wechselwirkung des Protestantismus und der Phänomenologie während des 20. Jahrhunderts ein (Husserl, Reinach, Tillich). W.L. Blisenkow referierte über soziale Aspekte des heutigen europäischen Protestantismus, ging auf die Herausforderungen ein, denen die protestantischen Kirchen zurzeit gegenüberstehen, und stellte hierbei die Situation der Landeskirchen und der Freikirchen gegenüber.


01.11.2017

Post a link

HTML-code for blog and site