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die Französische und die Russische Revolution: ein Kampf der Interpretationen

Am 8. November 2017 fand im Hauptgebäude der OGSTU eine Diskussionsrunde mit dem Thema "Französische und Russische Revolutionen: Ein Kampf der Interpretationen" statt. Es nahmen Prof. Philippe Pichot-Bravard (Université de Bretagne Occidentale, Frankreich) und Prof. Christophe Réveillard (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Frankreich) teil.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes zur Förderung des russisch-französischen wissenschaftlichen Austauschs, das vom Lehrstuhl für Philosophie der OGSTU organisiert wurde.

2017 sei das hundertste Jahr seit der Russischen Revolution, und zum besseren Verständnis der damaligen Ereignisse sei eine Reflektion im weltgeschichtlichen Kontext, vor allem aber der Französischen Revolution, unabdingbar, - so Gennadij Samujlow, Organisator des Diskussionstisches. Den ersten Vortragenden, Prof. Pichot-Bravard, stellte er als Traditionalisten und als einen Vertreter "des Alten Frankreichs, das die Revolutionäre meinten, noch im 18. Jahrhundert zerstört zu haben" vor.

Prof. Pichot-Bravard untersuchte in seiner Vorlesung den Einfluss der Französischen Revolution auf die Ideen und Methoden Lenins.

Die Ursache der Revolution und ihrer Verbrechen liege in der Besonderheit ihrer Ideologie, die darauf abgezielt hätten, die Vergangenheit Frankreichs zu zerstören, sie als "nicht existent" zu erklären und vom "neuen Blatt" ein "neues Frankreich" zu beginnen. Um das Land und sein Volk zu verändern, sei es notwendig gewesen, dessen Vorstellungen, Bräuche, Werte, ja ganze Begriffe umzudeuten und dem Leben selbst im Jahreszyklus einen ganz neuen Rhythmus zu geben.

Doch die Transformation des französischen Geistes habe mit seiner Basis - dem christlichen Glauben - beginnen müssen. Revolutionäre wie Robespierre und andere hätten hierfür eine eigene, "bürgerliche" Religion mit einem "höchsten Wesen" gegründet, die ihrem Wesen nach antichristlich gewesen sei. Ziel der Jakobiner sei die Schaffung einer Republik gewesen, deren "Bürger tugendhaft sind und die Demokratie lieben", doch endete das Unterfangen mit Massenhinrichtungen und anderen unvorstellbaren Massakern.

Eines der furchtbarsten Verbrechen der Französischen Revolution sei das Morden in der westlichen Provinz Vendée gewesen, deren Einwohner ihre Treue zum katholischen Glauben teuer gezahlt hätten, dass sie sich gegen die Revolution erhoben hätten. Das Schlachten in Vendée habe im Sommer 1794 begonnen und Opfer in über 750 katholischen Gemeinden gefordert.

Die Verse "Unreines Blut tränke unsere Furchen" aus der Marseillaise sei ein Aufruf zur Ermordung französischer Bürger, die die Revolution nicht angenommen hätten, für das vermeintliche Wohl des französischen Volkes, - so der französische Traditionalist.

Ähnliche Ereignisse in noch größerem Maßstab hätten sich 1917 in Russland wiederholt. Wie Robespierre hätte Lenin eine Revolution "für das Volk ohne das Volk" gewollt. Das russische Volk sei in seiner Mehrheit christlich und nicht bereit gewesen, freiwillig die antichristliche Moral und die kommunistische Ideologie anzunehmen, die sich ihrem Wesen nach zu einer antichristlichen Religion ganz nach dem Vorbild der bürgerlichen Religion in Frankreich entwickelt habe. Um das kommunistische Gedankengut aufzuzwängen, hätten die Anführer der kommunistischen Partei Verfolgungen gegen die Kirche beginnen müssen.

Lenin habe oft Ideen, Methoden und sogar Ausdrücke verwendet, die er in der Geschichte der Französischen Revolution vorgefunden habe. So nenne er die Bolschewiken "Jakobiner" und schlage eine radikale Trennung von Kirche und Staat vor, die mit der Abschaffung christlicher Feier einhergehe, vor.

Vendée sei zu einem Beispiel geworden, das die Lüge der Revolution aufdecke, - sagte Prof. Pichot-Bravard. Die Revolutionäre hätten behauptet, für das Volk zu kämpfen, doch Vendée habe gezeigt, dass das Volk für Gott und den König kämpfe. "Mit der Erforschung der Revolution können wir das Herzstück des Totalitarismus´ erkennen", schloss der französische Gelehrte ab.

In der anschließenden Diskussion interessierte die Anwesenden besonders die Frage nach der Einstellung des heutigen Frankreichs zu den Ereignissen der Französischen und der Russischen Revolution. Prof. Pichot-Bravard antwortete, dass die heutige Französische Republik ihre Wurzeln in der Französischen Revolution habe und die politische Elite jede revolutionäre Entwicklung positiv bewerte.

10.11.2017

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